Sabine Paulus - Zum 40-jährigen Jubiläum von RANDI

Auswirkungen auf die Familie Paulus

Für die, die mich nicht kennen, darf ich mich kurz vorstellen: mein Name ist Sabine Frank, ich bin die Tochter von Arnold und Gertrud Paulus und ich möchte euch aus meiner Sicht erzählen, wie damals alles begann. Ich weiß noch ich war gerade in Böckingen auf der Frauenfachschule und machte nach meiner Ausbildung zur Hauswirtschafterin noch eine einjährige Weiterbildung zur Wirtschafterin…so kam ich immer nur am Wochenende nach Hause auf den Eulenhof, wo mein Vater ja Gutsverwalter war.

So bekam ich eben so am Rande mit, dass es wohl eine Anfrage von der Bauernschule gab, ob sich Landwirtsfamilien im Kraichgau finden die mal so zum Reinschnuppern 2 indische Landarbeiter für 3 Wochen aufnehmen würden. Ich weiß, dass es da, erst mal große Bedenken gab, 1. wegen der Sprache…und überhaupt was sollen Bauern aus diesem fernen Land mit einer völlig fremden Kultur, hier auf den Höfen machen…erst recht als klar war, dass das landlose Landarbeiter sind, sogenannte Unberührbare, Kastenlose. Davon hatte man ja so noch Garnichts gewusst. Große Ratlosigkeit, aber nach längerer Überlegung haben Familien vom Arbeitskreis, von dem mein Vater der Vorsitzende war, dann doch zugestimmt.

Ich weiß meine Mutter hatte auch große Bedenken, allein wegen Herrn Baron von Gemmingen, dem der Eulenhof ja gehört…was würde er dazu sagen, würde er seine Zustimmung geben. Das war ihr immer sehr wichtig. Auch da konnte unser Vater dann überzeugen und Herr Baron stimmte zu. Da war auch sie beruhigt… und ja, letztlich machte unsere Mutter sowieso alles mit, was unser Vater für gut hielt.

Faszination Deutschland

Als die Inder dann bei uns ankamen in ihren Dodis und Sandalen, war schnell klar, das geht so nicht, die brauchen gleich mal vernünftige Schuhe, Stiefel und Latzhosen, denn sie froren. Wir merkten wie fasziniert sie von den Lichtschaltern, der Dusche, die wurde schon früh morgens rege benutzt und auch von den Toiletten waren. Da begriff man erst mal, dass die das gar nicht kannten …aber erstaunlicherweise kamen sie schnell mit allem zu Recht, sie beobachteten alles ganz genau und halfen sofort mit…. Spülmaschine, ein und ausräumen, Tisch decken usw., das machte Johann besonders gerne.

Eine ganz besondere Situation war es dann, als meine Mutter, wie sie halt so war, den Beiden dann beim Schuhe anziehen half…das konnten sie gar nicht fassen und schon gar nicht von einer Frau, einer höhergestellten, eine Landlordfrau.

Alles in allem verlief dieser erste Besuch dann aber besser als alle gedacht hatten. Dann kam es tatsächlich zu einem Gegenbesuch und ich war echt erstaunt, als meine Eltern mir sagten, dass sie mit einer kleinen Gruppe nach Indien reisen werden. Einerseits freute ich mich für sie, andererseits war mir halt dann schon klar, dass das keine luxuriöse Reise werden wird und ich spürte schon auch die Aufgeregtheit meiner Mutter, die noch wenig in der Welt unterwegs war. Impfungen, packen usw. Das war schon aufregend, dann die Abreise.

Es gab noch kein Handy, also auch keine Infos…über Ankunft usw. …Ungewissheit…ja gar Sorge kam irgendwann nach einiger Zeit in mir hoch, viele fragten mich und ich wusste nichts …ich konnte nur beten.

Aber alles ging ja gut und das Erzählen von ihrem Erlebten hörte nicht auf. Vater war sofort überzeugt, dass er da weiterhelfen will und er entwickelte immer neue Ideen wie man an Unterstützung kommen konnte.

Und dann gab es immer wieder Besuche aus Indien und ich staunte, wie schnell meine Mutter damit klarkam, dass die indischen Leute sich in ihrer Küche zu schaffen machten und wie schnell sie die Rezepte beherrschte und Gefallen daran fand, dafür bewunderte ich sie.

Ich merkte immer mehr, wie wichtig die Sache meinem Vater wurde. Zu Babu entstand sehr schnell eine innige Freundschaft. Unser Vater eignete sich durch das Schreiben von Briefen nach Indien und mit Hilfe des Wörterbuches seine bis dahin sehr geringen Englisch Kenntnisse an, so dass er sich sogar mit Babu bei dessen Besuchen unterhalten konnte.

Wenn ich im Gästebuch meiner Eltern die Einträge der indischen Besucher lese, dann spürt man wie eine herzliche, freundschaftliche ja familiäre Beziehung in kurzer Zeit entstanden ist.

Dann erinnere ich mich halt an die verschiedenen Aktionen, die gemacht wurden, um Geld für das indische Projekt zu sammeln, wie:

Altpapier sammeln mit dem Jugendkreis. Palmen statt Kracher mit einem engagierten Stammtisch junger Menschen. Indisches Essen für das Stadtfest in Sinsheim, das meine Mutter und ich kochten, Töpfe weise fuhr mein Vater es dann immer wieder nach Sinsheim, dort wurde es gut angenommen. Plätzchen backen, Frauen vom Arbeitskreis haben gebacken, wir haben gebacken, es wurden Tüten gerichtet…ca. 250 St. Davon erzählen unsere Kinder heute noch…die halfen immer die Tüten zu richten…genau abgewogen, dass alle gleich sind und dann auf dem Weihnachtsmarkt verkauft.

Ich würde behaupten, dass CARDS das wichtigste Lebenswerk für meinen Vater war und so bin ich heute sehr froh und dankbar, dass es so viele Menschen gab und gibt, die diesen Verein weiterführen. Stellvertretend möchte ich da, dir, lieber Dieter, und dir, liebe Ria, Danke sagen.

Herzlichen Dank auch an alle, die dazu beitragen, dass dieser Verein „RANDI“ und dadurch die Unterstützung für CARDS weiter geht.

Herzlichen Dank auch allen, die in Indien diese Arbeit im Sinne der“ Hilfe zur Selbsthilfe“ voranbringen!

Danke für das besondere „ehrende Gedenken“ in Indien an meine Eltern Arnold und Gertrud Paulus.

Vielen Dank

Spenden

Spendenkonto-Nummer 140 678 708
IBAN: DE20 6729 2200 0140 6787 08

Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim e.G.
(BLZ 672 922 00)  BIC: GENODE61WIE


flogo_RGB_HEX-114.png 

"RANDI e.V."
auf Facebook
Schau mal vorbei!